10 Mythen der Digitalfotografie: Nr. 4 – Achten Sie auf ein ausgeglichenes Histogramm

Breaking Out Viele Artikel zum Thema ‘So machen Sie bessere Bilder’ weisen darauf hin, das Histogramm im Auge zu behalten. Dieser Ratschlag ist recht neu – es gibt ihn erst seit wir unsere Fotos digital bearbeiten – und Blödsinn.

Dein Histogramm, das unbekannte Wesen

Bevor Kameras digital wurden, gab es keine Möglichkeit vor Ort die Belichtung unserer Fotos zu überprüfen. Fotografen vertrauten ihrem Belichtungsmesser und ihrer Erfahrung mit bestimmten Filmen; jede neue Emulsion konnte unerwartete Ergebnisse bringen. Schwarzweiß-Fotografen erarbeiteten die endgültige Belichtung ohnehin erst in der Dunkelkammer, oft selektiv – vorne etwas dunkler, hinten heller, dort ein wenig abwedeln, hier etwas nachbelichten. Wer Farbfilm nutzte, besonders Farbumkehrfilm, musste bei der Aufnahme alles

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10 Mythen der Digitalfotografie: Nr. 3 – Es kommt nicht auf die Kamera an

PolizistSeit seligen Filmtagen steht es, das Gesetz der Ausrüstung: Nicht die Kamera macht die Bilder! Was vor der digitalen Fotografie noch eine Halbwahrheit war, hat sich inzwischen zu einem veritablen Märchen entwickelt.

Ein kurzer Blick zurück

Früher, als wir noch selbst entwickelten und Abzüge in der Dunkelkammer herstellten, oder uns für Farbaufnahmen auf Umkehrfilme verließen, da war die Kamera kaum mehr als was ihr Name sagte: ein Raum. Öffnete man seine Tür – den Verschluss - kam Licht rein, traf auf den Film, belichtete und fertig. Das Bild war jetzt latent vorhanden, es musste nur noch sicht- und haltbar gemacht werden. Dazu diente die Dunkelkammer voller Chemikalien.

Die technische Qualität eines Fotos wurde durch das verwendete Filmmaterial, die Objektivgüte und die Behandlung bis zum aufgehängten Abzug bestimmt. Bei Schwarzweiss konnte in einem sehr großen Bereich lange nach der Aufnahme variiert werden; Farbe war kritischer, bereits bei Umkehrfilm war es die Wahl des Filmmaterials, die bestimmte, wie

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10 Mythen der Digitalfotografie: Nr 2 – Kleinere Aufnahmefläche = größere Brennweite

Vor einiger Zeit interessierte sich ein Kunde, der in einem angesehenen Fotogeschäft neben mir stand, für eine digitale Spiegelreflexkamera. Angeboten wurde ihm eine gute dSLR, ein wirklich schönes Stück mit einigen interessanten technischen Details. Gleichzeitig fragte der potenzielle Käufer nach dem einen oder anderen Objektiv, in der Absicht, möglichst nur ein oder zwei Zooms herumschleppen zu müssen.

 

Warum Sie mit 200 mm an einer dSLR immer noch gefressen werden

Nicht sonderlich brauchbar war allerdings der Hinweis des Verkäufers, "durch den kleineren Sensor der dSLR verlängert sich die Brennweite Ihres Objektivs." Er fuhr fort, Lobpreisungen auf das angeblich nun vorhandene "400 mm Objektiv mit großer Anfangsöffnung" zu singen, "da müssen Sie nicht mehr so nah ran gehen …."

Es ist sehr schade, dass bisher noch niemand sich diese häufige Versprechung hat schriftlich und einklagbar geben lassen. Gerade für Hinterbliebene von Fotosafari-Urlaubern könnte das durchaus lohnend sein. Denn spätestens wenn der Käufer versucht, die hungrige Löwin mit Jungtieren in vernünftiger Größe auf seine Speicherkarte zu bannen, wird es eine üble Überraschung für Fotografen und Angehörige geben.

Eine kleinere lichtsensitive Fläche vergrößert nicht die Brennweite!

Die Brennweite eines Objektivs ist eine physikalische Größe, ausschließlich abhängig von Baulänge und Brechung der Linsen, es ist der Abstand zwischen dem Brennpunkt und dem zugehörigen Hauptpunkt auf der Linse (genauere Definitionen und Illustrationen). Wollen Sie also ein Objekt "näher heran holen" – genau genommen, den Abbildungsmaßstab vergrößern – sind Sie gezwungen, tatsächlich

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10 Mythen der Digitalfotografie: Nr. 1 – Mehr ist besser

Es gibt eine ganze Reihe von Halbwahrheiten und Unsinn über digitale Fotografie, die irgendwie unausrottbar zu sein scheinen. Das ist nichts Besonderes, das gibt es überall, obwohl gerade technische Hobbies besonders geplagt sind. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass wir Menschen Zahlen recht einfach vergleichen können, ‘12 ist größer als 9’. Wir tendieren auch dazu wertfreie Komparative qualitativ oder gar moralisch zu interpretieren, ‘größer ist besser’.

Einer der hartnäckigsten Mythen der Digitalfotografie besagt, dass mehr Megapixel besser ist. Eine Begründung wird nicht gegeben, wird auch nicht gebraucht, den [siehe oben] mehr ist besser – außer bei Schmerzen.

Wer sich heute eine Digitalkamera kauft, erhält zwischen 10 und 20 Megapixel, einige wenige Kompakte haben auch noch einstellige MPx-Zahlen zu bieten, ebenso wie die in Handys eingebauten Module. Diese Zahlen geben die absolute Auflösung des Kamerasensors an, sind also was die Auflösung angeht direkt vergleichbar – 2500 px x 4000 px ergeben immer ein Bild von 2500 px x 4000 px. Interessant wird es, wenn wir sehen, wie diese Pixel verteilt sind, sowohl

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Schneekönig

Der erste Schnee, der die letzten Tage auch in Hamburg gefallen und liegen geblieben ist, eröffnet den Relaunch von 366Foto. Während dieses Blog 2008 jeden Tag ein neues Foto brachte, wird es ab jetzt Ideen, Bilder und Anregungen rund ums Fotografieren geben. Nicht jeden Tag, auch nicht immer regelmäßig. Aber hoffentlich interessant und unterhaltsam.

Impressionistischer SchneeDiesen Weg mit dahinter liegender Wiese finden Sie im Altonaer Volkspark, der dritten großen Grünoase der Stadt. Verschneit sieht man ihn nur selten, da Hamburg durch seine Nähe zur Nordsee im Winter ein eher gemäßigtes Klima hat – Schnee gehört nicht zu den herausragenden Touristenattraktionen der Stadt.

Schnee zu fotografieren ist nicht ganz einfach, legt er dem Fotografen gleich drei Hindernisse in den Weg:

  • er nimmt die Lichtfarbe an
  • er täuscht Belichtungsmesser
  • er hat keine eigenen Merkmale

Das erste Bild zeigt, wie der Schnee im Schatten blau zu sein scheint, im Hintergrund – der Spot sowie die Wiese – aber den Orangeton der untergehenden Sonne annimmt. Weiß ist er nicht. Das gleiche Phänomen finden Sie bei jedem weißen Gegenstand, er reflektiert Farben, die aus der Umgebung auf ihn treffen. Schwarze Flächen hingegen absorbieren Licht, weshalb sie nur sehr selten farbstichig erscheinen.

Mit moderner Digitaltechnik lässt sich im Nachhinein am Computer bestimmen, wie der Schnee im Bild wirken soll. Am besten machen Sie Ihre Aufnahme im RAW-Modus Ihrer Kamera, um so den größtmöglichen Freiraum für die Bearbeitung zu erhalten. Wollen Sie weißen Schnee, passen Sie erst den Weißabgleich an; das geht am besten per Augenmaß. Bei Mischlicht bekommen Sie ohnehin nur eine ungefähre Korrektur hin, die mit Hilfe selektiver Tools später weiter angepasst werden muss.

Wie Sie sehen, habe ich mich für einen anderen Weg entschieden, ich war interessiert an dem Kontrast zwischen dem Orange der Sonne und dem Blau der Schatten. Vergessen wir nicht, es ist die Lichtfarbe, die einen großen Teil des emotionalen Ausdrucks eines Fotos ausmacht. Der blaue Schnee sieht kalt aus, der orangefarbene Fleck strahlt Wärme aus, gibt ein Versprechen, dass der Winter irgendwann auch vorbei ist.

Wellen im SchneeSehr viel einfacher als das Farbproblem ist das Belichtungsproblem zu lösen. Die überwiegend hellen Flächen, die hohe Reflexionsrate des Lichts vom Objekt zur Kamera, lässt den Belichtungsmesser Ihrer Kamera die Aufnahmezeit verkürzen bzw. die Blende zumachen. Ein wenig so, als ob wir unsere Augen zusammenkneifen, wenn wir einen besonders hellen Raum betreten.

Belichtungsmesser sind auf einen mittleren Grauton normiert, der in den meisten Fällen eine ausgeglichene Belichtung schafft. Mit besonders hohen Kontrasten oder einseitig beleuchteten Szenen kann er nichts anfangen; er sieht den für uns weißen Schnee grau. Wir müssen ihm also sagen, dass wir die Flächen nicht grau, sondern weiß wollen. Am einfachsten geht das, wenn wir die Belichtungkorrektur der Kamera nutzen.

Für das zweite Bild habe ich eine Überbelichtung von 2 Lichtwerten eingegeben, was durchaus ausreichend wäre. Auch hier habe ich selbstverständlich im RAW-Modus fotografiert, so dass ich in Nikon Capture NX noch weiter korrigieren konnte. In diesem Fall war zuerst eine Farbkorrektur nötig – auch diese Fläche lag im Schatten, schimmerte im Foto also bläulich –, dann habe ich mit dem Werkzeug Levels/Curves noch ein wenig mehr Helligkeit rein gegeben.

Steinbank im SchneeDamit haben wir den Schnee jetzt ins rechte Licht gerückt und müssen einen Weg finden, ihn interessant aussehen zu lassen. Im ersten Bild ist es der impressionistische Farbeffekt, den unser Gehirn vor Ort automatisch aus unserem Augeneindruck raus rechnet. Das zweite Bild besticht zuerst wegen seiner Uniformität, die bei genauerem Hinsehen durch einige verlorene Grashalme und Wellen im Schnee unterbrochen werden.

Das dritte Bild habe ich im Altonaer Friedhof aufgenommen, es handelt sich um eine Steinbank, die nahe dem HSV-Fan Grabfeld steht. Die Schneefläche dient hier vor allem als neutraler Hintergrund, in dem sich die Bank aufzulösen scheint. Damit der Bereich hinter [im Foto über] der Bank lebendig bleibt, habe ich noch einen Blitzer Bodenverwerfung, die nicht vollständig zugeschneit ist hereingenommen.

Zusammengefasst:

  1. Schnee immer überbelichten, sonst sieht er schmutzig-grau aus
  2. auf Lichtfarbe achten, eine passenden Weißabgleichwert einstellen und hinterher korrigieren
  3. finden Sie interessante Formen im Schnee
  4. machen Sie sich klar, ob Ihre Fotos dokumentieren oder emotional wirken sollen